Von der P-FMEA zum MES – Teil 3

Ein Beitrag von Dr. Uwe-Klaus Jarosch, Januar 2026

Schauen wir uns das Zielsystem Manufacturing Execution System – Fertigungssteuerung an.

ME-Systeme gibt es zahlreiche und die Systeme unterscheiden sich nach Software-Hersteller deutlich in ihrer Ausrichtung und ihrem Funktionsumfang. Einen Datenstandard gibt es meiner Beobachtung nach nicht.

MES kann verschiedene Module und Funktionsbereiche bereitstellen:

…. um nur einige Varianten zu nennen.

Wie ich schon im vorherigen Blog-Beitrag erläutert habe, sind bei der Vorbereitung in der Planung eine Vielzahl von Daten zu berücksichtigen, deutlich mehr als bei der Erstellung einer traditionellen P-FMEA oder des PLP allein.

Welche Informationsquellen werden wo mit einbezogen?

Ich gehe von einem Fertigungsprozess aus, der aus mehreren Schritten besteht und eine Reihe von Anlagen zu einer Fließfertigung formt. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Anlage eines Schrittes nur für ein spezielles Produkt allein genutzt wird oder mehrfach und für unterschiedliche Produkte eingesetzt wird.
Das MES muss in der Lage sein, verschiedene Fertigungsaufträge in einer vorgegebenen Reihenfolge oder auch parallel aufzurufen und mit den jeweils nötigen Informationen zu versorgen.

Um den PLP im MES nutzen zu können, sind eine Reihe von Zuordnungen nötig:

MES-Funktionalität kann im CAQ-Planungstool integriert sein oder eine separate Softwarelösung sein.

Im ersten Fall sind typische Anbindungen an Logistik und Fertigungssteuerung weniger ausgeprägt, dafür findet der Datenübertrag aus der Vorausplanung ohne Bruch statt.

Daten fließen digital aus der Teppichetage in die Anlagen der Fertigung.

Im zweiten Fall ist die große Herausforderung, die Daten aus der Logik der FMEA/PLP-Software zu exportieren und logisch passend in das MES zu überführen.
Lösungen, die einen manuellen Übertrag benötigen, sind aus mehreren Gründen[1] zum Scheitern verurteilt.

[1] Das schafft erfahrungsgemäß niemand, sowohl von der Datenmenge als auch von der Häufigkeit der Änderungen.
Ein manueller oder halbautomatischer Übertrag führt immer zu Datenverlusten. Er eröffnet auch die Möglichkeit, die Planungsinhalte zu verändern. Auch dadurch ist die Durchgängigkeit unterbrochen.
Personal der Fertigung begrüßt solche Eingriffsmöglichkeiten. Es ist aber nicht im Sinne des Erfinders.

Dieser 2. Fall ist nach meiner Beobachtung der üblichere Fall. Das hat auch historische Gründe. Zunächst haben die unterschiedlichen Abteilungen des Unternehmens eigenständig begonnen, ihre Toolboxen aufzubauen. Das hat auch stark mit IT-Konzepten des Unternehmens und mit dem Bestreben von Unabhängigkeit der Abteilungen zu tun.

Eine Beobachtung ist, dass einige ME-Systeme nur den Prüfplan-Anteil des PLP übernehmen, die Lenkungsaspekte aber außen vorlassen. „Das wird in der Fertigung sowieso ganz anders gemacht.“ Eine solche Argumentation zeigt aber nur, dass die Gewerke sich in der Vorausplanung nicht ausreichend vernetzt und abgestimmt haben. Die Idee des digitalen Zwillings ist dabei auf der Strecke geblieben.

Fazits: 

Bleiben sie neugierig

Uwe Jarosch

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